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185 leere Stühle

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Zeitlich begrenzt

„185 Quadratmeter Gras, die neues Wachstum, Regeneration darstellen.
185 weiße Stühle, alle zweimal von Hand bemalt, als Akt der Erinnerung.
Diese Installation ist temporär - wie das Leben.“

Diese Erläuterung findet sich als Statement des Künstlers Pete Majendie an seinem Erinnerungs-Denkmal an der Ecke Cashel/Madras Street in Christchurch.

Da wo einst das Gebäude des Regional Fernsehsenders stand, ist nichts mehr. Planierte Erde an dem Ort, an dem am 22. Februar 2011 die Lebensläufe von 115 Menschen eins wurden mit der Stahlbetonkonstruktion von Canterbury Television - und den Tag nicht überlebten. Insgesamt starben an diesem Tag 185 Menschen in der Stadt. Über 12.000 Gebäude wurden bislang als Folge des Erdbebens abgetragen.

Die Installation “185 Empty Chairs“, direkt neben dem ehemaligen Grundstück des TV Senders, erinnert an die Toten. Ein ebenso schlichtes, wie ergreifendes Gedächtnis. Kein Stuhl ist doppelt, jeder wurde von Hand bearbeitet und zweimal gestrichen, wie der Künstler erwähnt.

Die Namen der Verstorbenen sind einzeln aufgelistet. Sie stammen aus unterschiedlichen Ländern.

Neben Texten zur Trauerbewältigung und einer Erklärung zu der Installation, findet sich die Aufforderung, Platz zu nehmen auf einem der Stühle - und dort zu verweilen, so lange man mag.

So viel Würde und liebevolles Andenken an Verstorbene - mit so einfachen Mitteln - ist uns selten begegnet. Wir sind tief berührt und lassen eine Stadt hinter uns, die uns schöne Stunden beschert hat und dennoch ratlos und traurig macht.

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