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Überall Curaçao

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Sieben Jahre Abwesenheit und dennoch ständig präsent: wo ich auch hinschaue in unserer Wohnung, Curaçao, mein karibischer Sweet Spot, drängt sich von allen Seiten ins Gedächtnis zurück. Von der Kaffeetasse, über Gemälde, eigene Fotografien, dekorative Mitbringsel bis hin zu strapazierfähigen, wiederverwendbaren Einkaufsbeuteln. Überall Curaçao.

Cura-Wo?

Der Name der Insel ist allgemein geläufig. Wo sie sich befindet, eher weniger. Irgendwas Exotisches. Irgendwie weit weg. Und gibt’s da nicht diesen Schnaps?

Wer sucht, findet Curaçao am südlichen Rand der Karibik, nur wenige Kilometer vor der Küste Venezuelas. Die Bewohner der 444 Quadratkilometer großen Insel blicken auf eine bewegte Geschichte zurück, die geprägt ist von wechselnden kolonialen Herrschern. Heute bildet die Bevölkerung ein multi-ethnisches friedliches Gemeinwesen, das ohne Vergleich ist. Seit Oktober 2010 ist die Insel ein eigenständiges Bundesland innerhalb des Königreichs der Niederlande und wird seitdem als politisch eigenständig wahrgenommen.

Ikonisch und weltweit bekannt sind malerische, pastellfarbene Kolonialhäuser und kristallklaren Buchten, die die Insel wie ein Markenzeichen vor sich herträgt. Meine persönliche Wahrnehmung ist, dass sich auf Curaçao abseits des Massentourismus karibische Gelassenheit mit niederländischer Lebensart und einer überraschend modernen Urbanität verbinden.

Wie eine Reise in die Vergangenheit kommt mir die endlich wieder aktivierte und so vertraut gewordene Karibikroute vor: Berlin-Amsterdam-Willemstad. Morgens noch einen schnellen Kaffee am BER und am selben Abend einen flotten Drink mit Blick auf das karibische Meer inklusive Salzgeruch und Ozeansymphonie.

Warum erst jetzt? Und warum ausgerechnet mitten im Sommer unter die ferne Sonne, wenn auch bei uns die Temperaturen steigen? Der Grund ist ausgerechnet etwas, das mich auf Curacao noch nicht beschäftigt hat: Fussball. Für all die, die mit der Kickerei nicht so auf dem Laufenden sind: am 14. Juni 2026 tritt Curaçao als das kleinste FIFA Mitglied zum ersten Mal in der Geschichte bei einer Fußball Weltmeisterschaft an: gegen Vierfach-Weltmeister Deutschland. Wo könnte für einen Fotografen an diesem Tag der beste Platz sein, wenn nicht im Auge des Orkans selbst: mitten in der Hauptstadt Willemstad!

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