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Pfefferkuchen - so geht´s!

von (Kommentare: 3)

Als wir Kinder waren, liebten wir zu Weihnachten am allermeisten die selbstgebackenen Pfefferkuchen unserer Großeltern. Sie waren handgemacht, alle unterschiedlich groß, und trugen bunte Streusel auf dem Schokoladenguss. Meine Schwester und ich stritten darum, wenn das Weihnachtspaket eintraf. Ganz schlecht war es, wenn eine ungerade Zahl der Weihnachtsplätzchen drin war. Dann musste einer geteilt werden. Die ungleichen Größen waren auch immer ein Problem. Ich war die größere Schwester, logisch, dass mir also die größeren Pfefferkuchen zustanden. Meine Schwester war anderer Meinung. Das kostbare Gut war so unglaublich lecker, noch heute kann ich sie riechen. Meist guckten wir nach kurzer Zeit auf die letzten Krümel auf dem Weihnachtsteller, die wir mit dem angeleckten Finger aufstippten.

Als ich erwachsen wurde, wollte ich dann mal selber machen, und mein Opa schickte mir in einem mit der Schreibmaschine geschriebenen Brief das Rezept. Das Schriftstück, datiert aus dem Jahre 1984, befindet sich noch heute, in eine Folie eingeschweißt, in meinem Ordner „Backen“ unter der Lasche „Weihnachten“.

Ich habe im Laufe der Jahre diese Pfefferkuchen sehr oft gebacken. Ich habe das Rezept leicht variiert und abgewandelt und an die Zeit angepasst. Die „Mohlsdorfer Pfefferkuchen“ sind immer gut gelungen, meine Tochter liebte sie genauso wie ich als Kind. Manchmal, wenn ich die Dose dann aufmachte, wurde ich einen Moment lang in der Zeit zurückkatapultiert in die Kindheit – beim Öffnen des Weihnachtspäckchens. Und ich höre meine Schwester rufen: „Oh nein, sie hat einen mehr als ich!“

In Erinnerung an meinen Opa möchte ich heute das Rezept veröffentlichen. Erstaunlich, dass es eigentlich gar nicht spektakulär ist. Der Erinnerungswert ist unermesslich:

Mohlsdorfer Pfefferkuchen - Originalrezept

• 500 gr. Mehl
• 375 gr Zucker
• 250 gr zerschmolzenes Hartfett (z.B. Kokosfett)
• 125 gr gemahlene Nüsse
• 125 gr gehackte Mandeln
• 75 gr Zitronat
• 2 EL Kakao
• 1 TL Zimt, 1 TL Nelkenpulver
• 1 Tasse Milch
• 3 Eier
• 1 ½ Päckchen Backpulver

Zu einem Teig verarbeiten, Kugeln formen und auf Opladen drücken. Bei 200 Grad ca. 15 Minuten backen.
Wie gesagt, habe ich selbst die Zutaten immer wieder variiert. So sieht das Rezept bei mir inzwischen so aus:

Mohlsdorfer Pfefferkuchen a la DIE ROTE

• 500 gr Mehl (1/3 Weizen-, 1/3 Dinkel-, 1/3 Mandelmehl)
• 200 gr Zucker
• 1 Würfel Kokosfett (250 gr)
• 200 gr gehackte Mandeln (Nüsse lasse ich weg wegen Allergie)
• 100 gr Zitronat, Orangeat oder kandierte Früchte (1 Packung)
• 2 EL Kakao
• 1 Päckchen Lebkuchengewürz
• 3 Eier
• 1 Päckchen Backpulver
• 1 Tasse Milch zum Schluss, wenn der Teig zu fest wird

Mit meinem genialen Plätzchenmaker (super Erfindung) auf kleine Opladen gedrückt und bei 200 Grad 10-15 Minuten gebacken. Mit dunkler Kuvertüre oder Zuckerperlen oder beliebig verzieren.

Gutes Gelingen!

Frohe Weihnachten wünscht

Die Rote

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Kommentare

Kommentar von Dallo( die Schwester) |

Ich backe die genauso heute auch noch. Darüber hinaus bin ich im Besitz des Original- Rezepts von " Mohlsdorfer Stollen". Den gibt es bei meiner Schwester immer am 24. Juni.
Übrigens: ich habe nie nur 1 weniger bekommen. Das waren immer mindestens 10 weniger.
Liebe Grüße der Dallo

Kommentar von Die Kleene |

Wie sich das doch ähnelt. Auch ich habe mit meinem Bruder um jeden Krümel mehr gestritten. Er ist älter, aber ich habe gelernt, verdammt schnell zu sein.

Kommentar von Problemcousine |

Zu den kulinarischen Highlights, die hier veröffentlicht werden (Christiane hat heute außer der Reihe eingekauft : ZUTATEN fürs Backen) kann man nur gratulieren .Ich selbst war von den Mohlsdorfer Backkünsten seit meinem 1. Aufenthalt dort (ca. 1964) begeistert. Beim Lesen der Regeln fürs adventliche Essen von Kochmaus stelle ich mir die Frage, ob Kochmaus das Känguruh aus den gleichnamigen Chroniken, Manifesten Offenbarungen oder Apokryphen kennt ? Das ist m. M. nach auch ein Genußmensch ( -tier?)Auf die vielen Fesazu`s zu den Feiertagen! Grüße aus MV nach Wilmersdorf.

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