Zur Übersicht

Oben ohne im Zoo

von (Kommentare: 0)

Am letzten Sonntag gab´s in Berlin Grund zum Feiern: Otto Normalbürger durfte in den Zoo – oben ohne! Ohne Test! Ohne Tanzeinlage, ohne Gedicht-aufsagen, ohne sonstewas.
Die Maskenpflicht auch für die Außenbereiche, die für uns in diesem Jahr bisher der Grund war, trotz Jahreskarte den Berliner Zoo zu meiden, fiel am letzten Freitag. Wir klatschten mit Kochmaus ab und buchten sofort ein Zeitfenster.

Und machten uns bei gemütlichen 36 Grad auf den Weg zu Freunden, die wir lange Monate nicht besucht hatten. Was war es wieder schön!
Im Zoo tut sich ganz gewaltig viel, das merkten wir sofort hinter den Kassen. Eine riesige Baustelle links vom Eingang. Große Schilder zeigen, was es werden soll, wenn Löcher und Bagger verschwunden sein werden: Eine Pagode für die Nashörner. Wozu zur Hölle braucht ein Nashorn eine Pagode, 25 Meter hoch. Will man vielleicht dem im Hintergrund zu sehenden Waldorf-Astoria Konkurrenz machen?

Die bisherige Anlage der Panzernashörner war sichtlich in die Jahre gekommen und entsprach wohl nicht mehr den Ansprüchen einer artgerechten Tierhaltung. Der Neubau soll dies nun ändern und gleichzeitig ein neues Wahrzeichen für den Zoo schaffen.

Uns soll es recht sein. Wir gönnen es jedem Tier, dass es ein schönes Zuhause bekommt. Am dringendsten erschien uns das beim Eisbären, der träge und sehr betrübt dreinschauend im Wasser lag und sich bei den Temperaturen ganz sicher im falschen Film wähnte. Er tat uns schon ganz besonders leid.

Auch sonst wurde sehr viel herumgelegen im Zoo, zumindest bei den meisten Bewohnern. Die Pandas zum Beispiel lagen so ähnlich wie der Graue zuhause auf dem Sofa. Sie kauten gemütlich an ihren Blättchen, in jeder Hand ein buschiges Essensstäbchen.

Wir schleppten uns weiter zu den Steppenhyänen, die erstaunlich munter in ihrem Gelände rumrannten, ihren Grenzfluss durchschwommen und sichtlich Vergnügen hatten.
Ich zerrte den Grauen ins Café, wo wir mit einer kalten Cola und einem Eis die Wiederauferstehung der Gastronomie feierten. Herrlich, dass man wieder sitzen darf.
Nur zum Schluss wollte man uns nicht ins Andenkengeschäft lassen. Nur mit App oder Hinterlassenschaft unserer Kontaktdaten. Wir drehten um. Keine Kontaktdaten, kein Andenken. Für den ersten Besuch seit Monaten konnten wir das verschmerzen. Egal – wir haben ja unsere Jahreskarte, die uns das liebste Andenken überhaupt ist. Bis bald also!

Corona-Müdigkeit

Sommerfrisch

Bärenhunger

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 1 und 1.