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Stadt der Engel

von (Kommentare: 1)

Hollywood und Hershey´s

Am Sonntag, den 26.01. frühstücken wir in Oceanside im Rubys, dem Restaurant auf dem Pier. Wir sitzen am selben Tisch wie 2016, genießen den Blick auf die sonntägliche Ruhe und den leichten „Marine Layer“, der uns den Abschied ein bißchen vernebelt. Dann starten wir gen Norden – nach Los Angeles.

Die Stadt der Engel empfängt uns so, wie wir sie vor über drei Jahren verlassen haben: mit Sonne. Der Wetterbericht für die nächsten Tage zeigt nur ein Symbol an. SONNIG. Unsere Unterkunft am Hollywood-Boulevard verschlägt uns fast die Sprache. Sind wir hier mitten in einer Filmkulisse gelandet? „Hollywood Bed and Breakfast“ vermietet seit vielen Jahren 5 Zimmer – oder besser – 5 Filmkulissen an Gäste. Wohnzimmer, große Küche, Innenhof mit Pool – ein Haus wie aus einem Lokation-Scouting. Überall Filmplakate, Filmutensilien, Spiegel, Bilder, Instrumente, Wandmalereien. Man kann gar nicht aufhören zu schauen! Nach all den Hotels, die in unseren Erinnerungen verschwimmen, wird dieses bestimmt Bild für Bild gespeichert bleiben. Auf dem Nachttischchen liegt ein Tellerchen mit Hershey’s-Täfelchen – seit Jahren mein liebstes Mitbringsel aus Amerika. So nett sind wir noch nie begrüßt worden. Das kann kein Zufall sein. Wir verlieben uns sofort in diese Unterkunft – unsere letzte auf dieser langen Reise.

Auf unserer Abschiedstour verbringen wir natürlich den Nachmittag am Observatorium auf dem Berg. Der Blick über die Stadt verschlägt uns wieder die Sprache. Obwohl wir 2016 schon genau so hier gestanden haben, hat diese Aussicht auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber verloren. Wir bleiben lange und genießen die Sonne, bis sie irgendwo bei Venice Beach im Meer verschwindet und das Hollywood-Zeichen in goldenes Licht taucht. Das sind die Bilder, die man noch lange im Herzen behält...

Farmer´s Market

Natürlich gehört der letzte Tag dem Farmers-Market, der mich schon beim ersten Besuch so begeistert hat. Wir treffen uns zum Lunch mit Peters Freund und Mentor Todd, und ich bin stolz und im Stillen glücklich, daß ich dem mehrstündigen Gespräch zum größten Teil folgen kann. Mein „verstehendes Hören“ hat einen Riesen-Schritt nach vorn gemacht. Ich kann noch nicht so viel plappern wie mit Freunden in meiner Muttersprache, dennoch ist das Englisch inzwischen für mich kein Gewirr aus langen fremden Lauten mehr, sondern eine wunderbare Sprache, die ich gern höre und zunehmend gut verstehe. Und ab und zu kann ich schon lässig einen Satz einwerfen, der zeigt, daß ich zumindest mitmachen kann. A great step forward for me!

Time to say Goodbye

Am Abend gehen wir nach dem Kofferpacken in ein stylisches Restaurant, trinken ein Abschiedsbier unter Musikplakaten und lauter Rockmusik – und ziehen kurz Bilanz. Wir haben kein einziges Mal mit Scheidung gedroht, lieben uns auch nach drei Monaten ununterbrochenen Zusammenseins immer noch, freuen uns jetzt wieder auf unser Zuhause – und werden wohl nochmal genausoviel Zeit brauchen, bis all die wunderbaren Reiseerinnerungen, die jetzt noch wie Konfetti in unseren Köpfen herumfliegen, sich setzen und in unseren Herzen ankommen.

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Kommentare

Kommentar von Martina |

Wieder wunderschöne Bilder und super Texte. Wenn ich nicht so ein Schisser wäre, würde ich ja auch mal mit nem Tandemflug versuchen...Guten Flug, kommt gut an, wir freuen uns auf euch

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