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Gegen den Strom

von (Kommentare: 3)

Auf unserer persönlichen Weltkarte gibt es noch viele weiße Flecken. Einer davon ist ziemlich grün.

Die Faszination langer Seestrecken ist der ungreifbar ferne und regungslos erscheinende Horizont. Er kommt einfach nicht näher, obwohl man sich ständig auf ihn zubewegt. Ein sehr tiefenentspannender Vorgang. Meditation mit offenen Augen.

Bei Schiffspassagen auf Binnengewässern oder entlang von Küstenlinien ist das anders. Das parallel dahingleitende Ufer ist eine ständige Referenz für das eigene Vorankommen. Angesichts der gemäßigten Geschwindigkeit, die dem Transportmittel eigen ist, hat auch das etwas Beruhigendes.

Was sonst blau ist, wird diesmal grün sein.

Wir tauchen ein in die natürliche Symbiose von Wasser und Land schlechthin. Wir reisen in den Regenwald. Den größten zusammenhängenden, den es noch gibt auf unserer Erde. Mitten hinein in die grüne Lunge.

Der Fluss, der diesem Biotop seinen Namen gibt, liefert sich mit dem Nil ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die größte Gesamtlänge. Zwischen 6.400 und 6.800 km soll der Amazonas lang sein. Etwa 5.000 davon werden wir auf ihm zurücklegen. Eine Strecke, die länger ist als vom Nordkap bis nach Sizilien.

Wir haben nicht den Hauch einer Ahnung, was uns erwartet. Ständig ist der Amazonas in den Schlagzeilen und dennoch wissen wir wenig bis gar nichts über diese Naturlandschaft. Nach den immer dramatischeren Bildern, die um die Welt gehen, müsste die Gegend bereits aussehen wie die Wüste Gobi. Zum Glück tut sie es nicht, wenngleich die großen Sorgen berechtigt sind.

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts war der Bau der 4.342 Kilometer langen Transamazonica das Sinnbild für die wirtschaftliche Erschließung dieser unberührten Landschaft. Ende der 60er Jahre umfasste das Straßennetz Amazoniens noch 400 Kilometer. Bis zur Jahrtausendwende wurde es auf über 56.000 km erweitert.

Auch die Fortbewegung auf dem Amazonas selbst hat sich verändert. Den traditionellen Flößen und Kanus folgten Dampfschiffe. Heute steuern Fähren, Passagier-, Fracht- und sogar Containerschiffe über den breiten Strom. Immerhin lassen diese Transportmittel keine bleibenden Spuren durch Abholzung in der Kulisse.

In Belem gehen wir an Bord. Von der brasilianischen Hafenstadt aus, wo der Amazonas in den Atlantik mündet, fahren wir stromaufwärts bis nach Iquitos in Peru.

Wir sind sehr gespannt und auch ein wenig aufgeregt. Wie es uns ergehen wird, was wir zu sehen bekommen und vieles mehr, versuchen wir wie immer bereits von unterwegs zu berichten.

Ihr seid eingeladen, uns dabei zu begleiten.

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Kommentare

Kommentar von Dieter Buhrau |

Ich wünsche Euch wie bei jeder Eurer Abenteuerreisen ein großes Herz und allezeit offene Augen für diese sicherlich einmalige und außergewöhnliche Schöpfung.

Kommentar von Klaus |

Eine ganz tolle Tour, die ihr da vor euch habt. Gute Reise und kommt gesund wieder!

Kommentar von Schefer, Irina |

Haltet Augen, Ohren, Herz und Verstand offen und genießt eure Traumreise. Bleibt gesund und neugierig.

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