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Erbe für die Welt

von (Kommentare: 1)

Sydney Opera House

Die Geschichte um das Werden der Sydney Oper ist nicht nur dramentauglich. Es ist Drama pur. Wenngleich einem die Zutaten hinlänglich bekannt vorkommen und sich immer aufs Neue zu wiederholen scheinen. Bei der Oper in Sydney lief es nicht anders als unzählige Male zuvor und danach: Anspruch und Wirklichkeit, sowie Planung und Realisierung mündeten in Streit und unüberwindbare Auseinandersetzungen, die nicht einfach zerbrochenes Porzellan hinterließen, sondern ganze Biographien erschütterten.

So hat Jørn Utzon, der dänische Architekt des Gebäude-Ensembles, das fertige Werk nie in Natura gesehen, geschweige denn betreten. Er ist über den Streit mit den australischen Verantwortlichen im Zuge der Bauarbeiten nicht einmal mehr Willens gewesen, überhaupt noch einen Fuss nach Australien zu setzen.

Was lange währt, wurde in diesem Falle - zumindest das Bauwerk betreffend - dann doch noch gut. Das erforderte aber mehr als einen stolzen Preis. Und der wurde zwar auch, aber nicht nur, mit viel Geld bezahlt.

Heute, über 35 Jahre nach Fertigstellung und bei 10 Millionen Besuchern pro Jahr, verspielen sich die Dramen der Einzelschicksale. Geschichte ist erbarmungslos. Wenn es für den geistigen Schöpfer Utzon einen Trost gegeben haben könnte, dann den, dass die UNESCO 2007 die Oper zum Welterbe ernannte - und damit auch sein Name unsterblich wurde.

Auch wir erliegen der Faszination dieses unfassbaren und mit Worten nicht zu beschreibenden Bauwerks. Von keinem Punkt aus kann man die Gebäude mit nur einem Blick erfassen. Jeder Wechsel der Perspektive suggeriert ein anderes Gebilde.

Während der Uluru das Symbol für den ursprünglichen Kontinent ist, wurde die Oper in Sydney zur Ikone des modernen Australien. Sie wurde von einem menschlichen Gehirn erdacht und von vielen Menschenhänden erbaut.

Wenn Menschen zu so etwas fähig sind, warum machen sie davon nicht viel öfter Gebrauch?

 

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Kommentare

Kommentar von Problemcousine |

Die Kunst der Architektur kommt in Deinen Bildern auch im Detail hervorragend rüber. Von dem Konzertsaal hatte ich noch kein Foto gesehen - er wirkt sehr imposant. Da ein Konzert ( kein Ballett) zu erleben ( und dann noch ein Interessantes) ist sicher ein Highlight gewesen. Gruß aus MVP

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