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Dschungelbuch Tag #2

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Liebes Dschungelbuch,

nachdem ich die beiden Alten in einen Bus verfrachtet hatte, der sie ein bisschen durch die Stadt gondeln sollte, konnte ich mich endlich mal um meinen Kram kümmern.

Mir war zugetragen worden, dass es hierzulande eine Spezialität namens „Pao de Queijo“ geben soll. Käsebrot. Auf brasilianisch. Nicht zu verwechseln mit Käsestulle. Pao de Queijo sind nämlich nicht flach und platt, sondern rund wie ein Ball. Und, wer hat´s erfunden? Genau. Eine meiner Großcousinen mütterlicherseits, Elli Witzigmaus.

Sie war damals nach Brasilien ausgewandert und hat die besten Jahre ihres Lebens als Kombüsenköchin auf einer Autofähre in Manaus gearbeitet. Irgendwann hatte sie die Nase voll, von dem ewigen hin und her über den Fluss. Sie ist von Bord gegangen, hat an Land eine Bretterbude instandbesetzt und zum Schluss ein Schild „Café“ ans Dach genagelt.

Am Anfang war es echt hart. Weil sie kein Geld hatte, musste sie sich von dem bedienen, was ihre Konkurrenz wegwerfen wollte. Was noch brauchbar war und sich nicht bewegt hat, hat sie durch den Fleischwolf gejagt. Und anschließend in siedendem Öl hoch erhitzt. Und da waren sie: Pao de Queijo! Nährstoffe: Null. Kalorien: Mega. Geschmack: Hammer!

Die kugeligen Käsebrote waren ihr Durchbruch auf den Olymp des Junk Foods. Witzigmaus wurde damit zu Ikone der nach ihr benannten „Mouselle Cuisine“.

Später hat sie dann alles verkauft und ist von Manaus aus weiter nach Osten gezogen an die Küste. Da hat sie eine Insel gekauft, die so groß ist wie die Schweiz: die Ilha der Marajó. Dort hat sie Wasserbüffel gezüchtet und Käse produziert.

Und da fahre ich als nächstes hin. Ohne den Grauen und die Rote. Das wird bestimmt schön.

Morgen geht es weiter.

Bis dann, liebes Dschungelbuch.

 

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