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Der Himmel muss warten

von Peter Schäfer (Kommentare: 0)

Klaus Heller ist Fallschirmspringer, Pilot und Vielflieger. Ein Leben lang ist ihm der Himmel eine Heimat gewesen. Wie dem Rest der Welt, hat das Virus nun auch ihm die Flügel gestutzt.

Er ist ein lieber alter Freund. Wir sehen uns eher sporadisch, was die herzliche und inspirierende Beziehung zwischen uns in keiner Weise beeinträchtigt. Meist sehen wir uns in Berlin, mal in München, aber auch schon in der Karibik, wo wir gemeinsame Projekte angedacht und behandelt haben.

Ich kannte Klaus bereits, als er von meiner Existenz noch nichts wusste. Als ich 1977 mit dem Fallschirmspringen anfing, war er dabei, sich im Luftsport einen Namen zu machen. Er war dem Fallschirmspringen seit 1972 verfallen und hatte sich in diesem Bereich auf Foto- und Filmaufnahmen spezialisiert. In den 70er und 80er Jahren produzierte er für zahlreiche Werbefilme, u.a. für Langnese, Wienerwald, Scout-Schulranzen sowie als „second unit“ für verschiedene Fernseh- und Kinoproduktionen. Daneben realisierte er verschiedene eigene Projekte.

Auch wer gar nichts mit dem Fallschirmspringen zu tun hatte, kam irgendwann mit Klaus Heller in Berührung - über seine Arbeiten als Kameramann. Unvergessen ist sein spektakuläres Selbstportrait während eines Tandemsprunges. Er schoss dieses „Mittendrin-statt-nur-dabei-Foto“ am offenen Schirm zu einer Zeit, als Tandemsprünge noch weit entfernt waren, das Massenvergnügen von heute zu werden.

Die Erzeugnisse seiner eigenen Kreativität vermarktete er über die Fallschirmwerbung Heller (FSW), die er 1976 gegründet hatte. Lange Zeit war er der weltweit größte Spezialanbieter für Fallschirmspringer-DVDs, CD-ROMs und Videos. Außerdem vertrieb er Bücher, Bildbände, Postkarten, Poster und andere Accessoires aus dem Fallschirmsport, bis hin zu Unterwäsche und einem von ihm kreierten Parfüm.

Mit der Entwicklung eines speziellen Kamerahelms und Zubehörtechnik für Fallschirmspringer gründete er in den 90er Jahren eine weitere Firma: die Air Action GmbH.

Neben dem Fallschirmspringen widmete sich Klaus seit 1988 auch dem Hubschrauberfliegen und hat bis heute eine gültige Lizenz. Auch in diesem Bereich hat er sich mit Filmproduktionen und Fachliteratur verewigt.

Die Hochzeit mit seiner Frau Gabi 1990 tat seiner Rast- und Ruhlosigkeit keinen Abbruch. Im gleichen Jahr gründete er den Heller Verlag (www.heller-verlag.de), in dem er u.a. mit seiner Frau gemeinsam verfasste Reiseführer verlegte - und den er ebenfalls bis heute betreibt. Klaus und Gabi haben drei inzwischen erwachsene Kinder. Familienleben und trotzdem ständiges Unterwegssein waren bei Hellers nie ein Problem – im Gegenteil.

Seine Reiseführer hält er immer aktuell und gut recherchiert. Im März diesen Jahres bereiste er deswegen Costa Rica und Panama. Dort geriet er schließlich in das immer schneller rotierende Corona-Karussell. Seitdem hängt er in Panama fest.

Bei einem Video-Chat vor einigen Tagen hat er uns ausführlich geschildert, was er nach dem vollständigen Shut-Down in dem mittelamerikanischen Land erlebt hat. Für uns klang das einfach unglaublich.

Wie es ihm dort erging und immer noch ergeht, findet Ihr auf den nächsten Einträgen unter „Lockdown in Panama – Ein Corona-Tagebuch“.

Wir freuen uns und bedanken uns bei Klaus, dass er seine Aufzeichnungen zur Verfügung stellt, um sie mit uns allen zu teilen. Soviel sei vorab verraten, es ist eine Mischung aus Tragödie, Thriller und Horror. Und für uns, die wir uns in Deutschland vom Schicksal verraten fühlen, setzt es das, was wir hier durchmachen, in eine neue Relation.

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