Blaues Band durch grünes Land
von Peter Schäfer (Kommentare: 0)
„Nimm nicht so viel Gepäck mit“ rät Martin am Telefon. Da habe ich meinen Rucksack bereits vollgestopft. Der ist groß und es passt viel rein. Bisher habe ich ihn noch nicht ausprobiert.
„Was ist denn viel?“
„Nicht mehr als 10 Kilo“.
Aha. Laptop und Kamera wiegen zusammen 5,5 Kilo. Eine Flasche Wasser dazu und zwei Müsliriegel, dann bleibt nicht mehr viel für Sonstiges.
Mit 15 Kilogramm auf dem Rücken mache ich mich auf den Weg nach Norden. Mit dem Deutschlandticket über Hamburg nach Glückstadt. Dort holt mich Martin ab und wir fahren weiter nach Brunsbüttel. Ausgangspunkt für einen ausgedehnten Spaziergang von der Nord- bis zur Ostsee, genauer gesagt nach Kiel. Diesmal nicht ganz so lang wie unser Norwegen-Trip im vergangenen Jahr. Und statt mit dem Auto alles zu Fuß.
Der Nord-Ostsee-Kanal oder NOK, wie er maulfaul abgekürzt wird, verbindet die Nordsee (Elbmündung) mit der Ostsee (Kieler Förde). Seine Schleusen in Brunsbüttel und Holtenau öffneten sich 1895 zum ersten Mal. Seitdem zwängen sich unentwegt Schiffe wie durch stählerne Herzklappen in die wässerige Verkehrsader. Heute ist der Nord-Ostsee-Kanal die meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt. Pro Jahr passieren knapp 30.000 Schiffe den Kanal und durchqueren mit ihrer Fracht auf einer Länge von 98 Kilometern das Land Schleswig-Holstein. Sie ersparen sich damit einen 450 Kilometer langen Umweg durch den Skagerrak an der Nordküste Dänemarks.
Unser Vorhaben steht unter einem guten Stern. Für die Woche ist Sonne angesagt. Bei niedrigen Temperaturen. Wir werden uns schon warmlaufen. Nach Ankunft beginnen wir damit. Wir klappern die Schleuse ab und am Abend legen wir zweimal 45 Minuten zu Fuß zurück, um in einem schönen Restaurant auf dem Deich mit Blick auf die Elbmündung zu essen.
Auf dem Weg zurück ins Hotel glüht der Himmel vor Vorfreude. Wir auch.
Marschleistung mit und ohne Rucksack: 13,4 km.
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