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Auf den Spuren der Mickynger #2

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Liebes Bordtagebuch,

wir haben die Stadt Stavanger erreicht. Eine wichtige Zwischenstation bei meiner Expedition zur Wiederfindung des Kässteinzimmers. Ich nutzte die Gelegenheit, um in den Archiven des hiesigen Bohrkäsemuseums mein unglaubliches Wissen um die Geologie der Käseentstehung noch weiter zu vertiefen. Die Ursprünge der ersten Käseablagerungen liegen ja auch in Norwegen schon Ewigkeiten zurück.

Leider gaben die vorhandenen Dokumente aus der Mickyngerzeit keine vernünftige Auskunft, die mir bei der Suche nach dem Kässteinzimmer weiterhelfen können. Ich werde also auf meine geheimen Informanten zurückgreifen, die weiter oben im Norden bereits auf mich warten.

Die verbleibende Zeit nutzte ich aber, um das große Bohrkäsemuseum mit seiner tollen Ausstellung zu besuchen.

Durch einst nicht verzehrte und weggeworfene Käsereste bildeten sich über Jahrmillionen riesige Ablagerungen vor der Küste Norwegens. Die gerieten unter geologischen Verschluss und wurden dann unter dem zunehmenden Druck der Erdoberfläche zu einer pampigen Masse gepresst. So wurde alles schön luftdicht versiegelt, was zu einem sehr langen Reifeprozess führte. Am Ende entstanden daraus neue, verzehrbare Käsemassen unterschiedlicher Reife- und Härtegrade.

Allerdings wurde erst vor einigen Jahren entlang der Küste des Landes damit begonnen, vor allem die gigantischen Off-Shore-Schmelzkäsevorkommen abzupumpen.

Es ist schon bewundernswert, mit welchen Anstrengungen und komplizierten Maschinen die Köstlichkeiten aus dem Meer an die Oberfläche befördert werden. Riesige Plattformen wurden dazu ins Meer gebaut, auf denen ganze Heerscharen von Bohrmäusen ihr Leben für die Kulinarik einsetzten.

So ist dem norwegischen Partisan-Käse nur mit schwerstem Bohrgerät beizukommen, das schon in der Schweiz zum Einsatz gekommen ist. Dort wird damit Löcher in 200 Jahre alten Emmentaler gefräst. Das sogenannte Käsegold, herzhafter Schmelzkäse, lässt sich hingegen relativ einfach mit großen Käsesaugern nach oben pumpen.

Interessant war am Ende die Statistik über den allgemeinen Käseverzehr als Delikatesse Nummer eins.

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