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Birdland

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Der Ort verdankt seinen Namen dem ehemals hohen Aufkommen an Walen und anderen großen Fischbeständen. Doch die wahren Herrscher von Walvis Bay haben längst Flügel. 80% aller Flamingos in Namibia halten sich während der Regenzeit hier auf. Ihre Zahl geht in die Zehntausende. Der Rosapelikan hat hier ebenfalls ein Verbreitungsgebiet. Von etlichen anderen Seevögeln ganz zu schweigen. Paradiesische Zustände für einen Fotografen, den alles fasziniert, was sich durch die Luft bewegt.

Luftnummern

Mit Jonathan wurde die Möwe zum Sinnbild für die Suche nach Freiheit und fliegerischer Perfektion. Der Erfolg dieser Geschichte lag auch darin begründet, dass der Autor Richard Bach selber Pilot war. Er wusste, worüber er schrieb.

Dass die Möwen zu den am meisten fotografierten Vögeln der Welt gehört, dürfte allerdings damit zusammenhängen, dass sie überall dort vorkommen, wo für längere Zeit auch nur eine Pfütze Wasser stehen bleibt. In einer großen Zahl an verschiedenen Gattungen und Unterarten ist sie einfach überall anzutreffen.

Das schmälert aber nicht ihre fliegerischen Qualitäten. Möwen sind vielseitige und wendige Flieger. Wenn sie im Luftkampf versuchen, anderen Artgenossen eine Beute streitig zu machen, bringen sie Flugmanöver zustande, die jedes aerodynamische Gesetz für einen stabilen Flug ad absurdum führt. Ihre vergleichbar geringe Größe und Körperform machen es möglich.

Blutdruck

Keine Ahnung, wie die neu geschaffene Kreatur aussehen würde, wenn man ein Schwein mit einer Gans kreuzen würde. Ganz sicher kann man aber sagen, was für Geräusche eine solches Wesen erzeugen würde: Grunz-Schnattern.

Genau solche Töne erzeugen auch Flamingos. Wir wachen am Morgen auf - und aus der Ferne klingt es, als wäre eine Hundertschaft Schweine in einen Gänsestall eingebrochen. Die Grundtonart dabei ist immer aufgeregt. Das Rosa in ihrem Gefieder unterstützt die Assoziation an hohen Blutdruck.

Wenn sie sich streiten, klingt es gleich, als ginge es um Leben und Tod. Bemerkenswert ist, dass sie sich in der Luft außerordentlich gesittet benehmen. Selbst wenn sie in Gruppen unterwegs sind, wirkt jeder einzelne wie ein Langstreckenflugzeug auf Reiseflughöhe. Ohne Sperenzchen im Geradeausflug. Jedes Flugmanöver kontrolliert und bedächtig. Erst bei der Landung geben sie den stabilen Flug auf und wirken unfreiwillig komisch, wenn sie mit ihren langen Beinen Bodenkontakt aufnehmen.

Mopsig

Keine Ahnung, warum mich Pelikane immer an Karlsson vom Dach erinnern, den schalkhaften, dicklichen kleinen Herrn, dem die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren einen Propeller auf den Rücken geschrieben hat. Vielleicht ist es ihre Mopsigkeit, wenn sie in ihrem Gefieder eingemummelt am Strand stehen und vor sich hinschauen. Dann sehen sie aus, als könnten sie kein Wässerchen trüben.

Doch dieser Eindruck trügt. In Venezuela stand ich vor Jahren einmal am Strand inmitten einer Kolonie Pelikane, die auf der Jagd waren. Rings um mich herum schlugen sie ein wie gefiederte Bomben. Aus einem halsbrecherischen Sturzflug heraus tauchten sie in einem Höllentempo ins Wasser ein, um sich einen Fisch zu schnappen.

Dagegen sind die Pelikane in der Walfischbucht rechte Schnarchzapfen. Hier dümpeln sie auf dem Wasser und sammeln mit ihrer Einkaufstüte am Unterkiefer ein, was nicht schnell genug davon schwimmt. Oder sie warten darauf, dass ein Angler seine Beute säubert und ausnimmt. Warum kompliziert, wenn es einfach geht.

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