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von (Kommentare: 2)

Das Jahr 2022 war wieder mal ein ganz besonderes Jahr. In Gedanken fangen die Jahresrückblicke seit ihrer Erfindung so an. Jedes Jahr ist besonders. Überraschend. Anders als das davor. Wunderbar auf seine eigene Art.

Man braucht sich nur die Einbände der Fotobücher anzuschauen: ein Sonnenaufgang mitten auf dem Atlantik 2016, zwei kleine Ringe 2017, der Tafelberg vom Wasser aus 2018, die rote Erde im australischen Outback 2019, unsere Gesichter hinter Masken 2020, zwei lachende Coronis 2021.

Welches Bild werde ich für das Fotobuch 2022 wählen? Das Bild des Jahres, wie wird es aussehen? Ich weiß es natürlich schon.

Und dennoch habe ich in diesem Jahr viele Bilder im Kopf, die sich in meinen Gedanken eingenistet haben, ob ich will oder nicht. Die Hauswand, an die jemand riesengroß „Fuck the War“ in gelb und hellblau gesprüht hat. Die blonde Frau, die in den russischen Nachrichten ein Protest-Schild hochhält. Die Frauen, die sich ihre Schleier abreißen und mit ihren Fingern ein Victory-Zeichen machen.

Die Welt ist unruhig geworden. Meine persönliche Welt auch. Einiges von dem, was ich in der Schule gelernt habe, wurde in diesem Jahr „ad absurdum“ geführt. Mir war nicht so klar, dass nichts auf ewig Bestand hat, weder im Guten noch im Bösen. Geschichte ist nie so schwarz oder weiß, wie es in unseren Schulbüchern stand. Es ist nichts Starres. Das einzig Beständige ist der Wandel. Und manchmal kommen wir mit unseren Gedanken nicht hinterher, hadern mit dem, was wir nicht beeinflussen können.

Was für ein Geschenk es ist, das ganze Leben im Frieden zu verbringen. Gesund zu sein. Wie wertvoll die kleinen Momente sind, die uns glücklich machen. Auch wenn wir sie nicht festhalten können.

Wie wohltuend und heilend war es in diesem Jahr, an die Ostsee zu fahren und den ganzen Tag draußen zu sein. Kleine Auszeiten haben großes bewirkt. Wie schön, mit der Familie Zeit zu verbringen. Die unsägliche Seuche hat uns den Urlaub mit den Eltern verdorben, sie hatten ohne uns eine gute Zeit, und uns hat es zum Glück nicht schwer erwischt.
Der Graue hat es später bis nach Amerika geschafft, und ich habe ohne ihn und Kochmaus zuhause eine ruhige Zeit gehabt. Im Sommer war ich zu beeindruckenden Konzerten, habe meine Freundinnen getroffen und schöne Ausflüge gemacht. Im Spätsommer haben wir den Spreewald entdeckt, im Herbst habe ich angefangen zu laufen. Richtig mit „rennen“ und so. Meine Freundinnen staunten, und ich auch. Wer hätte das gedacht, das man sich darüber mal so freuen kann, wenn man durch den Park rennt und sich nach ein paar Trainingstagen tatsächlich frisch und topfit fühlt.

Zum Ende des Jahres gab es also das schönste Happyend und Weihnachtsgeschenk, was man sich vorstellen kann. Es wog 4 Kilo und trägt den Namen Fiete Levi. Fiete bedeutet „Der Friedliche“. Und „Levi“ steht für „Verbindung“. So haben es uns die glücklichen Eltern erklärt. Und damit sind wir ganz und gar versöhnt mit diesem Jahr.

Und voller Erwartungen.

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Kommentare

Kommentar von Christiane |

Liebe Simone! Was hast Du für schöne Worter zum Jahresabschluß gefunden. Genauso war das Jahr: Trauer und Leid und Freude und Glück, so wie doch alle Jahre. Nach jedem Tief geht es meist(ganz bewußt gesagt)wieder bergauf.Wenn das so bliebe, wäre es gut, nur keiner weiß es.
....und Fiete Levi ist wirklich der Süßeste unter den Süßen. Liebe Grüße von Jens und Christiane

Kommentar von Erfüllung |

Das Strahlen von Euren Gesichtern übertreffen jedes Jahresfoto wie ich finde, und . . . es beinhaltet alles was auf unserer momentan aus den Fugen geratene Erde benötigt:
Neues Leben
Oma und Opa, Ihr seid die Besten.

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